KIR – Jahresrückblick 2021

Unser erstes Jahr als gemeinnütziger Verein liegt hinter uns. 365 Tage, an denen wir uns für einen klimaneutralen Riedberg bis 2030 eingesetzt und mit Euch zusammen für unseren lebenswerten Stadtteil engagiert haben. Wir möchten Euch für Eure Unterstützung danken und mit Euch gemeinsam unser KIR-Jahr 2021 noch einmal Revue passieren lassen.

KIR als Verein

Mit der Anerkennung als gemeinnütziger Verein haben wir in diesem Jahr erste Mitglieder aufnehmen können. Im Frühjahr fand die erste Mitgliederversammlung statt – unter Corona-Bedingungen natürlich online via Telko. Aufregend, da nur wenige von uns Erfahrung in der Organisation von Vereinen hatten, aber erfolgreich.

KIR goes public

Wir haben unsere Webseite fleißig mit Inhalt gefüllt, bis zum heutigen Tag 17 Newsletter versendet und unsere KIR-Facebookseite an den Start gebracht. 2021 fanden zwei wunderbare Online-Stammtische statt. So haben wir Corona zum Trotz zwei herzliche Abende mit bereicherndem Austausch und Frohsinn erlebt. Die Medien haben uns und unsere Arbeit sehr unterstützt – mehr als 15 Artikel mit uns und über unsere Arbeit wurden im vergangenen Jahr veröffentlicht.

Wir wollen die Riedberger*innen erreichen und zum Aktivwerden einladen. Abseits von den sozialen Medien sind Infostände eine schöne Möglichkeit, um mit interessierten Bürger*innen ins Gespräch zu kommen. Hier war der Sommer uns gewogen und hat stets gutes Wetter beschert: Fünf Infostände, z. B. im Rahmen der Wandeltage 2021, konnten wir auf dem Riedbergplatz anbieten.

Die KIR und die Klimaneutralität

Ein Jahr auf dem Weg zu unserem Ziel der Klimaneutralität des Riedbergs ist vergangen. Für uns als neuer Verein bedeutete dieses Jahr auch, Basisarbeit zu betreiben: Was heißt eigentlich klimaneutral? Wo stehen wir als Stadt? Was haben wir schon und was brauchen wir, um klimaneutral zu werden?

Den Masterplan Klimaschutz 100 % hat die Stadt von 2013 bis 2016 mit viel Aufwand und wissenschaftlicher Expertise entwickelt. Darauf wollen wir als KIR aufbauen. Deshalb hat unsere Arbeitsgruppe „CO2-Barometer“ in den letzten Monaten gerechnet, sich vernetzt und auf politischer Ebene engagiert, um konkrete und zügige Maßnahmen für den Klimaschutz in unserer Stadt zu fordern. Im Gegensatz zum einzelnen Bürger kann die Politik die größeren Hebel bewegen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit auch weiterhin darauf, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Umgestaltung Riedbergplatz – ein großer Erfolg für die KIR

Wir stellten 2020 einen eigenen Entwurf zur Umgestaltung des Riedbergplatzes vor. Wir vernetzten uns mit der Goethe-Uni und dem OBR 12. Es fanden Abstimmungstermine mit dem Frankfurter Grünflächenamt statt, wir sammelten Unterschriften und traten mit einer leidenschaftlichen Rede im Umweltausschuss für unser Anliegen ein.

Nach etwas mehr als einem Jahr gibt es nun einen ersten offiziellen Entwurf des Grünflächenamtes für die Umgestaltung und Begrünung des Riedbergplatzes. Er soll von einem der heißesten Plätze im Stadtgebiet zu einem grünen und auch im Sommer angenehmen Stadtteilplatz werden. Dafür setzen wir uns weiter ein. Wir danken den Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt für ihre wissenschaftliche Datenerhebung, dem OBR 12 für die beharrliche Basisarbeit der letzten Jahre und allen, die ihre Unterschrift gegeben und unser Anliegen mit unterstützt haben.

KIR-Arbeitsgruppen

Auch die KIR-Solargruppe hat in diesem Jahr viel Basisarbeit geleistet: Die Stufe 1 der Stromprognose hat es bereits gezeigt: Der Wechsel zum Ökostromanbieter ist eine sehr einfache und vor allem kostengünstige Möglichkeit für uns alle auf dem Weg zur CO2-neutralen Energieversorgung. Daher werden wir die KIR-Ökostromkampagne im kommenden Jahr ausweiten.

Mit 27 neuen PV-Anlagen auf dem Riedberg 2021 haben wir unser Ziel von 20 deutlich übertroffen.

Wir freuen uns, dass der Ausbau der PV auf dem Riedberg voranschreitet. Unsere Solargruppe arbeitet daran, auch den Ausbau der PV-Anlagen auf öffentlichen Dächern voranzubringen. Dabei setzen wir uns dafür ein, dass ungenutzte Dachflächen von öffentlichen Gebäuden auf dem Riedberg mit PV ausgestattet werden.

Der Verlust der Artenvielfalt wird durch den Klimawandel stark beschleunigt. Uns liegt der Schutz der Natur sehr am Herzen weshalb wir uns neben dem Klimaschutz auch für den Erhalt der Artenvielfalt und der Biodiversität einsetzen.

Die Arbeitsgruppe Naturnahes Gärtnern hat zwei neue Blühbeete (mit Unterstützung der Kita TraumBaum) und eine kleine neue Blühwiese (mit Unterstützung der Grundschule Riedberg) angelegt. Außerdem wurden in Kooperation mit der IG Riedberg und dank der Unterstützung der Pat*innen 15 Vogelnistkästen auf der „Stromwiese“, der Streuobstwiese hinter Billabong, installiert.

Dass in diesem Sommer 10 von 15 Häuschen von Vögeln bezogen wurden, zeigt die Notwendigkeit, sichere Nistmöglichkeiten für unsere heimische Vogelwelt anzubieten. Die „Stromwiese“ möchten wir in Kooperation mit dem Senckenberg-Institut naturnäher gestalten. Dieses Projekt haben wir 2021 mit Leidenschaft und Struktur gestartet. Hier wollen wir auch in den nächsten Jahren mit gezielten Maßnahmen anknüpfen.

Der Riedberg hat ein E-Lastenrad und wir sind superstolz, dass es unserer Gruppe Radfahren am Riedberg tatsächlich gelungen ist, dieses Lastentransportwunder von MainLastenrad für den Riedberg zu gewinnen. Habt Ihr es auch schon ab und zu auf dem Riedberg und im Umland im Einsatz gesehen? Ihr könnt es über MainLastenrad ausleihen und den Schlüssel + Zubehör in der BioBäckerei Kaiser abholen.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn Ideen, die wir in unseren Arbeitsgruppen entwickeln, in die Tat umgesetzt werden können. Die einmal im Quartal stattfindenden KIR-Müllsammelaktionen sind inzwischen schon bei vielen Riedbergern bekannt. Umso schöner war es, dass wir in diesem Jahr auch die Kinder der beiden Grundschulen, Marie-Curie- und Judith-Kerr-, sowie einiger Kitas zum Mitsammeln begeistern konnten: Mehr als 450 Schüler*innen haben mit uns im Frühjahr 2021 den Riedberg „herausgeputzt“.

Einmal ohne, bitte! Ja, ohne die Einmalverpackung, bitte! Die wird nämlich leider bei Lebensmitteln „to go“ nach wenigen Minuten wieder weggeworfen. Unsere neue Arbeitsgruppe „Schlanke Tonne“ setzt sich seit Mitte 2021 für die Reduktion des Mülls auf dem Riedberg ein und versucht, Gastronomen zu gewinnen, die mit uns auf Einwegverpackungen, z. B. beim Essen „to go“, verzichten. Habt Ihr schon den Beutelständer im Rewe gesehen? Nehmt Euch vom Ständer einen Beutel, wenn Ihr Euren nicht dabei habt. Hängt wieder einen Beutel dran, wenn Ihr Euren nicht mehr braucht. So sparen wir einfach ein paar Tüten ein. Denn, mal ehrlich, Beutel und Tüten hat doch jeder von uns inzwischen genug.

Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung

Wir sind nicht die einzigen, die sich in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet für den Klima- und Umweltschutz einsetzen. Viele Institutionen können auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken. Dieses Jahr war für uns als Neulinge deshalb auch ein Jahr des Vernetzens – mit Institutionen wie dem BUND, dem Senckenberg-Institut, der Goethe-Universität, dem ADFC oder auch TransitionTown, Klimaentscheid Frankfurt, L.O.K. Oberursel und plastiksparen.de. Unser Netzwerk ist gewachsen und geht inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus. So soll es sein, denn gemeinsam sind wir sichtbarer und erreichen mehr als allein.

Wir sind dankbar für die Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Billabong, der IG Riedberg, den Riedberg Imkern und dem Centre for Dialogue auf dem Riedberg, die uns bei vielen unserer Ideen und Anfragen unterstützen.

Wir haben erste Kontakte mit Frankfurter Ämtern und der Politik aufgebaut. So wollen wir eine vertrauensvolle Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit schaffen und unsere Forderungen für mehr Klimaschutz einbringen.

Das erste Jahr als Verein liegt hinter uns. Wir danken allen, die uns 2021 unterstützt oder in einer unserer Arbeitsgruppen mitgearbeitet haben! Wir danken ebenfalls ausdrücklich allen KIR-Mitgliedern und Spender*innen, die uns jährlich besonders auch finanziell „unter die Arme greifen“.

Nun schauen wir voller Tatendrang auf die nächsten 12 Monate, die vor uns liegen. Das neue Jahr wollen wir nutzen, um unsere Anstrengungen für den Klimaschutz in unserem Stadtteil weiter zu verstärken und zu fokussieren.

Wir wünschen Euch allen ein gesundes, glückliches Jahr 2022 mit Mut und Vertrauen, die wichtigen Dinge anzupacken und zum Besseren zu verändern!