Projekt: MainStadtbaum

In Frankfurt kämpfen viele Stadtbäume mit Trockenheit und weiteren Stressfaktoren. Jedes Jahr sterben mehr Bäume in unseren öffentlichen Parks und entlang der Verkehrsflächen. Die Trockenheit der letzten Jahre, Schädlingsbefall oder hohe Salzkonzentrationen im Boden sind nur einige der Stressfaktoren, die den Bäumen zu schaffen machen.

Das Projekt MainStadtbaum hat sich zum Ziel gesetzt, mit innovativen Messmethoden gestresste oder kranke Bäume frühzeitig zu erkennen, um ihnen helfen zu können, bevor sie irreversiblen Schaden nehmen. Als Citizen-Science-Projekt setzt MainStadtbaum vor allem auf die Unterstützung der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen an gemeinsam mit dem Grünflächenamt ausgewählten Bäumen in verschiedenen Stadtteilen Messungen durchführen, um den Fitnesszustand der Bäume festzustellen. Aus den Forschungsergebnissen erhofft sich das Wissenschaftsteam Erkenntnisse über Baumarten, die mit den veränderten Bedingungen durch den Klimawandel besser zurechtkommen, aber auch Standortfaktoren, die für Stadtbäume wichtig sind. Außerdem soll in dem für drei Jahre geplanten Projekt getestet werden, ob die Aussagekraft der Messungen die Erwartungen erfüllt und wie groß der Messaufwand ist, wenn die Messungen in großem Maßstab durchgeführt werden.

Mit zwei kombinierten Messungen führen die Bürger*innen im ganzen Stadtgebiet Untersuchungen an den Blättern durch. Dabei werden zum einen über die Fluoreszenz (die Lichtabstrahlung) der Blätter die Photosyntheseaktivität bestimmt und zum anderen der Chlorophyllgehalt der Blätter gemessen. Die Kombination beider Werte gibt Auskunft darüber, wie effizient die Photosynthese in den Blättern abläuft. Ist der Baum durch externen Stress geschwächt, wird dies und sogar welche Art von Stress direkt angezeigt. Die Messmethoden sind sehr einfach und deshalb auch von Laien durchführbar. Sie sind nicht-invasiv und beschädigen nicht den Baum, da nur von außen an den Blättern gemessen wird.

Das Projekt wird von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum) und dem daraus hervorgegangenen Start-Up „Phytoprove Pflanzenanalytik UG“ durchgeführt und soll über drei Jahre laufen. Am 27.06.2020 wurde es den ersten interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Die Messungen sollen zügig beginnen und erfolgen in Kooperation mit Grünflächenamt, Umweltamt und dem Palmengarten. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt fördert das Projekt finanziell.

Auf dem Riedberg haben wir zum großen Teil junge Bäume. Aber was passiert mit ihnen, wenn nach fünf Jahren die Bewässerung durch das Grünflächenamt eingestellt wird? Ziel des Projektes ist es deshalb auch, die Menschen für Bäume zu sensibilisieren und dafür zu werben,, dass Bürgerinnen und Bürger durch ihr Engagement Bäumen in schwierigen Zeiten helfen können, z. B. durch die Übernahme einer Baumpatenschaft und der zusätzlichen Bewässerung in besonders trockenen Zeiten, wenn das Grünflächenamt nicht mehr gießt. Wichtig ist es hierfür, angesichts knapper Wasserressourcen zu wissen, welche Bäume die Unterstützung am dringendsten benötigen, was sich durch die Messung herausfinden lässt.

Wir als KIR vertreten den Riedberg beim Projekt und freuen uns darauf, unseren Teil zu dessen Erfolg beizutragen. Wir werden in den Sommermonaten alle zwei Wochen Messungen an drei jungen Stadt-Linden an der Altenhöferallee durchführen. Vielleicht seht Ihr uns ja auf der Leiter in luftiger Höhe.

Natürlich halten wir Euch auf dieser Seite zum Projekt MainStadtbaum auf dem Laufenden. Infos  findet Ihr auch unter MainStadtbaum.

Projektbeteiligte: Ute, Christina, Christian, Ina, Ruth, Nick